Unterwegs

Wir sind wieder unterwegs mit Team SD Worx. Ich schreibe gerade aus dem Team Bus auf dem Weg nach La Course, das Damen-Eintagesrennen der Tour de France.

Vor mein Gefühl war ich nur ein paar Stunden zu Hause, dabei war ich schon 1,5 Wochen in den Niederlanden. Die Zeit verging schnell, wahrscheinlich, weil ich viel in den Niederlanden unterwegs war. Ich hatte viele Termine und bin die Niederländische Zeitfahrmeisterschaft und die Niederländische Straßenmeisterschaft gefahren.

Letzten Montag verbrachte ich mit Annemiek, Anna und Marianne einen Tag in Papendal (Trainings-Zentrum NOCNSF). Hier sind wir zum ersten Mal als Olympia-Team für Tokio 2021 zusammengekommen. Der Stundenplan beinhaltete: Training im Wärmeraum, Anprobieren (was bedeutete, viele Kleidungsstücke anzuprobieren), eine 2. Impfung und Blutabnahme. Die Blutabnahme war, um zu sehen, wie es uns nach dem Höhentraining ging. Nach einem Höhenpraktikum steht eine Blutabnahme immer auf dem Plan, um zu sehen, was die Höhe mit dir gemacht hat. An Ihren Blutwerten können Sie beispielsweise erkennen, ob Ihr Eisenspiegel noch gut ist und ob er nicht zu niedrig ist.

Wir hatten auch ein Treffen, bei dem wir mehr darüber erfahren haben, wie und was uns in Tokio erwartet, was sehr interessant war. Zum Abschluss des Tages in Papendal gab es einen weiteren Pressemoment.

Auf die Wärmekammer wurde wieder verzichtet. Das hatte ich 2019 schon einmal gemacht (oder durchgemacht haha), dann als Volunteer. Sie wollten sehen, was die zu erwartende Hitze in Tokio mit Ihnen als Sportler tatsächlich macht und welchen Einfluss sie auf Ihre Leistung haben kann. 2019 hatten wir zuerst einen Test in einem kalten Raum und später noch einmal in einem blutheißen Raum mit einer Luftfeuchtigkeit von 70 %.

Fun Facts: Mein erster Test in Papendal im Jahr 2019 war kurz nach meinem dritten Platz in Lüttich-Bastogne-Lüttich. Bei diesem Rennen war es sehr nass und kalt gewesen und der Test in der Wärmekammer war ein echter „Schock für den Körper“. Dieses erste (freiwillige) Testen für Tokio war jedoch auch das erste Mal, dass ich einen Termin und ein Gespräch mit Annemiek hatte. Gleichzeitig wurde sie auch getestet. Annemiek kannte mich ein bisschen von dem Podium in der LBL 2019, wo sie gewonnen hat.

Nun war es wieder Zeit für den Wärmekammertest und wieder saß ich mit Annemiek neben mir auf dem Tacx, die ganze Zeit als echter Teil des Teams, das nach Tokio fährt. Das hätte sich damals im Jahr 2019 niemand vorstellen können.

Im Jahr 2019 bestand der Test von etwa einer Stunde aus dem Fahren verschiedener Wattagen. Die Wattzahl stieg von Zeit zu Zeit immer weiter an. Ich kann euch sagen: das hat überhaupt keinen Spaß gemacht…!

Nun, im Jahr 2021, bestand der Test aus einer Stunde gemütlichem Radfahren, was immer noch keinen Spaß macht. Die ersten 30 Minuten sind in Ordnung, aber nach 30 Minuten steigt deine Körpertemperatur deutlich an und auch deine Herzfrequenz steigt. Es wird auch mental härter, weil dein Körper eigentlich nur sagt: „Eey, es ist Zeit zum Abkühlen, Alter!„ Nach den ersten 30 Minuten vergeht die Zeit furchtbar langsam. Ein Gedanke der Hoffnung: In Tokio werden wir (treibenden) Wind haben – anders als im Heizraum. Das macht es hoffentlich etwas besser. Du kannst dir natürlich auch vorstellen, dass du bei heißem Wetter furchtbar schwitzt, aber bei so hoher Luftfeuchtigkeit schwitzt du viel mehr! Ihr Schweiß verdunstet überhaupt nicht. Nach einer Stunde auf dem Tacx bei 32 Grad gab es eine große Feuchtigkeitspfütze unter unseren Rädern. Bevor wir aufs Rad stiegen, haben wir uns gewogen und nach dem Radfahren noch einmal gewogen, um zu sehen, wie viel wir geschwitzt und wie viel Liter Flüssigkeit wir verloren haben. Ich habe 1 Liter Wasser auf dem Tacx im Wärmeraum getrunken, aber in derselben Stunde habe ich bei ruhigem Radfahren auch 1,2 Liter Flüssigkeit verloren. Das bedeutet nichts anderes als dass wir in Tokio viel trinken müssen!!

Dieser Testtag war am Montag nach den Niederländischen Meisterschaften unterwegs und insgesamt ein arbeitsreicher Tag. Dienstag hatte ich ein Interview und Fotoshooting für das Magazin Helden. In diesem Interview ging es um meine `Wurzeln` und sehr coole Bilder sind bei mir zu Hause in den Niederlanden entstanden. Das hat super viel Spaß gemacht und ich kann es kaum erwarten, das Ergebnis zu sehen. Wenn Sie auch neugierig sind, behalten Sie die nächste Ausgabe des Magazins Helden im Auge!

Außerdem hatte ich am Dienstag ‚gerade‘ ein hartes Training hinter mir und brachte meinen Freund am späten Nachmittag nach Amsterdam. Von dort nahm er einen Nachtzug zurück in die Schweiz. Es war kurz und wir waren beschäftigt, aber es war sehr schön, wieder zusammen zu sein. In der kommenden Zeit werde ich viel unterwegs sein und wir werden uns sehr wenig sehen. Vielleicht ab und zu beim Giro Rosa, weil er in dieser Woche mit einem Freund im Radurlaub unterwegs sein wird.

Heute und morgen bin ich auf dem Weg nach La Course bei Le Tour de France. Das Eintagesrennen ist am kommenden Samstag 26.06.2021. Nach dem Rennen geht es weiter nach Italien, wo wir uns für einige Tage auf den Start dem Giro Donne am 02.07.2021 vorbereiten. Während des Giro Rosa werde ich versuchen, täglich ein paar kleine Updates über das zu geben, was ich erlebe. Also folge mir weiter!

Nach dem Giro Rosa wird sich der Fokus sofort auf die Olympischen Spiele verlagern. Nach dem Giro Rosa werde ich für eine Weile in NL zu Hause sein, danach fliegen wir bald nach Tokio. Eine arbeitsreiche Zeit, an die ich mich hoffentlich für immer erinnern werde. Ich bin sehr gespannt, wie es dort in Tokio, ganz am anderen Ende der Welt, weitergeht.

23.06.2021
Demi Vollering

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.